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    Institut für Hochschulkunde

    DGfH-Kalender 2020

    Jahreskalender der Deutschen Gesellschaft für Hochschulkunde e. V. (DGfH)

    „Studentische Kleidung im Spiegel der Sammlungen des Instituts für Hochschulkunde (IfH) an der Universität Würzburg“

     

    Der von den Mitarbeitern des Instituts für Hochschulkunde an der Universität Würzburg (IfH) zusammengestellte Jahreskalender der DGfH erscheint seit 1979. In Farbdruck aufgelegt, ist er ist mit Objekten aus den Sammlungsbeständen des IfH bebildert. Die Exponate werden durch Kurztexte im Textteil des Kalenders erläutert.

    Im Kalender 2020 werden Vielfalt und Wandel der studentischen Kleidung an ausgewählten Sammlungsobjekten des IfH erläutert. Der Begriff „studentische Tracht“ wird dabei vermieden, da die vielfältigen Kleiderformen der volkskundlichen Bedeutung einer Tracht nicht gerecht werden.

    In der frühen Zeit der Universitätsgründungen kleidete sich der Student als „clericus“ oder „scholaris“ in einem schlichten, langen, dunklen Gewand mit Gürtel und Kapuze. Dies änderte sich mit dem ausgehenden Mittelalter, als die Nichttheologen die Mehrheit der Studenten stellten und sich zunehmend nach ihrer Standestracht kleideten. Bis Ende des 18. Jahrhunderts beeinflusste die zeitgenössische Gesellschaftsmode die Studentenkleidung. In der Regel hing es vom Rang und Stand der Eltern ab, wie üppig ein Studiosus ausstaffiert wurde. Bis ins 18. Jahrhundert waren die Studenten meist von adeliger Herkunft und genossen das Vorrecht, auf der Universität den Degen zu tragen. Hiervon machten bald auch nichtadelige Musensöhne Gebrauch. Erst nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) kam auf deutschen Hochschulen das Waffentragen zum Erliegen.

    Im Gefolge der Französischen Revolution bildete sich um 1800 die sogenannte Studentenuniform aus. Farbige Bänder, Schleifen oder Kokarden zeigten die Zugehörigkeit zu einem Kränzchen oder einer Landsmannschaft, den Frühformen der späteren Corps, an. Die Ursprünge der farbenstudentischen Abzeichen (Mütze, Band und Zipfel) reichen bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. In diese Zeit datieren auch die ersten Korporationswappen.

    Liberal gesinnte Studenten kleideten sich ab circa 1800 bevorzugt im polnischen Schnürleib und trugen die sogenannte Polenmütze in den Farben Rot-Weiß (Konfederatka). Sie identifizierten sich mit den Polnischen Ulanen, die während der Koalitionskriege (1792-1815) vergeblich um ihre Eigenständigkeit kämpften. Nach den Befreiungskriegen (1813-1815) kam die „Altdeutsche Tracht“ (Deutsche Nationaltracht) auf. Mit ihr wurde ein antifranzösisches deutsches Nationalgefühl zum Ausdruck gebracht. Als Rückbesinnung auf das eigene Volkstum wurde die „Altdeutsche Tracht“ zum Symbol der 1814 gegründeten burschenschaftlichen Bewegung und ist bis heute vielfach im Wichs der Korporationsstudenten erhalten. Nach den Befreiungskriegen nahm die Kleidung der Landsmannschaften bzw. Corps stärker bürgerliche Züge an. Neben der Schirmmütze mit Farbstreifen am unteren Rand wurde in Süddeutschland die schirmlose Cerevismütze üblich. Daneben machte sich um 1830 die sogenannte „Polenschwärmerei“ unter den Studenten breit, wodurch die Pekesche und Konfederatka regelrecht in Mode kamen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts passte sich die studentische Kleidung weitgehend der bürgerlichen Mode an. Bei den farbentragenden Korporationen nehmen die identitätsstiftenden Abzeichen - Mütze, Band und Zipfel - bis heute einen festen Platz im verbindungsstudentischen Brauchtum ein.

     

    Mitglieder der DGfH erhalten den hochwertigen Kalender als Jahresgabe. Nicht-Mitglieder können den Kalender beim Institut für Hochschulkunde für EUR 12,- (zuzüglich Versandkosten) käuflich erwerben: per E-Mail-Bestellung an info@hochschulkunde.de